Aufgeräumt leben

Wohin verpufft deine ganze Energie?

Ist dir schon mal aufgefallen, wie viel Energie es dich kostet, das Aufräumen vor dir herzuschieben? Es aktiv nicht sehen zu wollen oder es zu bagatellisieren? Eine Kundin von mir hatte eine schmucke Wohnung. Sie hatte mir am Telefon etwas von einem dritten Zimmer erzählt, das sie gerne nutzen möchte, leider sei es total vollgestopft. Und tatsächlich, als sie die Türe zu besagtem Raum öffnen wollte, liess sich diese nur einen Spaltbreit öffnen. Und was ich erblickte, war mir Aussage genug.

Sie erzählte mir, dass „wenn“ sie überhaupt Besuch einlade, sie das dritte Zimmer vorher abschliessen und den Schlüssel abziehen würde. Denn ihr Wohnzimmer grenzte direkt an den besagten Raum. Und die Küche, in die sie ging, um ein Getränk für den Besuch zu richten, war leider am anderen Ende der Wohnung. Was für eine Horrorvorstellung, ein Besuch könnte aus lauter Neugierde die Türfalle drücken und reinschauen? Glücklicherweise hatte sie noch niemand darauf angesprochen, was dies für ein Raum war. Also am Besten möglichst wenig Leute einladen und nur solche, die dank ihrer guten Manieren sicher niemals auf diese Idee kommen würden!

Das hat ganz leidlich funktioniert, bis zu dem Moment, wo die Hausverwaltung anrief und sie fragte, ob sie nichts vom Wasserschaden über ihrem dritten Zimmer mitbekommen hätte? Nein, natürlich nicht, sie betrat diesen ja nie. Und selbst wenn sie es gewollt hätte, der Hürdenlauf wäre doch ganz schön anstrengend geworden.

Der Verwalter kündigte an, der Sanitärmonteur müsste bei ihr reinschauen und prüfen, welchen Schaden das durch die Decke der oberen Wohnung sickernde Wasser angestellt hätte. Blöderweise sei dieser noch zwei Wochen im Urlaub. Doch er nannte ihr einen konkreten Termin, wann es soweit sein würde.

Glücklicherweise hatte sie den Zeitungsartikel zu meinem AufräumCoaching griffbereit und rief mich panisch an, in der Hoffnung, ich sei nicht auf Monate ausgebucht. Wo ein Wille ist, ist auch eine Möglichkeit. Gemeinsam erkämpften wir uns den Zugang zum Innern des Zimmers und unter all dem Gerümpel kamen wahre Preziosen zum Vorschein: ein antiker Tisch, die Nähmaschine ihrer Grossmutter und vieles mehr, das einen würdigen Platz verdiente und diesen auch bekam.

Die schlaflosen Nächte verschwanden so rasch, wie sie gekommen waren. Das besagte Zimmer lag nämlich neben ihrem Schlafzimmer – sie lag mit dem Kopf an der angrenzenden Wand … Energetisch äusserst ungünstig. Seit dem angekündigten Handwerkerbesuch wurde sie jede Nacht von Alpträumen heimgesucht, in denen sie der Krempel förmlich erdrückte.

Soweit muss es nicht kommen! Erlaubst du es dir Unterstützung zu holen, bevor dich der nackte Horrer nächtens umarmt? Ich wünsche es dir von Herzen.